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AN[GE]DACHT

Oktober 2020

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl.

Jer 29,7


Die Kommunalwahl liegt hinter uns. Was wurde uns von den verschiedenen Parteien und Wählergruppen da nicht alles versprochen! Auf den Wahlplakaten gab es die unterschiedlichsten Parolen, die natürlich alle zum Wohle der Stadt und damit auch zu unserem Wohle dienen sollten. Das reichte von einem kostenlosen öffentlichen Nahverkehr bis hin zu einer saubereren Stadt. Sind Ihre Erwartungen erfüllt worden? Das wird sich wohl erst im Laufe der nächsten Jahre zeigen, denn Parolen „heraushauen“ ist leicht, die Umsetzung aber umso schwieriger. Der Monatsspruch erinnert mich an ein Ereignis, welches schon einige Jahre zurück liegt. In der Evangelischen Allianz Duisburg-Nord hatte man die für dieses Stadtgebiet zuständigen Bezirksbürgermeister eingeladen, von ihren Sorgen und Nöten zu berichten. Dafür wollten Christen dann beten, teilnehmen an den Problemen und sie vor Gott bringen. Da kam schon einiges zusammen, und es wurde keine Wahlveranstaltung für einzelne Parteien.
Was wollte Jeremia mit diesem Brief, den er im Auftrage Gottes an die aus Jerusalem nach Babel versschleppten Juden schrieb, sagen? Wäre da nicht viel mehr ein Aufruf zum Widerstand gegen den König Nebukadnezar angebrachter gewesen, vielleicht nicht offener Widerstand, aber doch versteckter? Liest man den Vers 7 komplett, dann heißt es dort „ Suchet der Stadt Bestes, wohin ich euch in die Verbannung habe führen lassen…“ Hier wird deutlich, Gott alleine ist der Handelnde. Auch die Verschleppung der Juden nach Babel lag in seiner Hand. Wenn zum Gebet für der Stadt Bestes aufgerufen wird, ist das kein Aufruf, sich mit den Zielen des babylonischen Reiches gemein zu machen, aber die Gefangenen in Babel sollten wissen, auch dort waren sie in der Hand und unter der Führung Gottes. Die Fürbitte für die dortige Obrigkeit soll dahin führen, dass man auch diese der Führung Gottes anvertraut. Das macht frei von der persönlichen Betroffenheit und dem Groll gegen die Feinde.
Wir leben heute in einer Zeit, die uns Angst machen kann. Wie könnte ein Rat heute an uns aussehen? Der Liederdichter Philipp Spitta hat das so ausgedrückt:

Ich steh in meines Herren Hand und will drin stehen bleiben;
nicht Erdennot und Erdentand soll mich daraus vertreiben.
Und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihn und wen er hält,
wird wohlbehalten bleiben.

Dieses Vertrauen auf Gottes Führung auch heute jeden Tag neu für sich entdecken und zeigen, dass man nicht in Hoffnungslosigkeit versinkt, ist gerade jetzt ganz aktuell. Das gibt Sicherheit und eine Perspektive. Der Brief an die Verbannten in Babel schließt mit Gottes Zusage (Vers 11): „Denn mein Plan mit euch steht fest: Ich will euer Glück und nicht euer Unglück. Ich habe im Sinn, euch eine Zukunft zu schenken, wie ihr sie erhofft. Das sage ich, der Herr“. Über die Wahlergebnisse können wir uns freuen oder ärgern, aber es gilt: Nichts geschieht ohne Gott. Welch ein Trost auch noch heute!


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